Geförderte Vorhaben 16.10.2025
IdiomVoice - Projekt zur Digitalisierung der rätoromanischen Sprache
Das Forschungsprojekt trägt zur Digitalisierung der rätoromanischen Sprache bei, indem ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiertes Sprachmodell (Large Language Model) vorerst für Sursilvan entstehen soll. Damit kann sich die FHGR als Expertin für Sprachmodelle mit kleiner Datenbasis positionieren, mit Nachfolgeprojekten Forschungsgelder einwerben und langfristig Arbeitsplätze im Bereich der angewandten Forschung und KI schaffen.
Wichtigste Informationen auf einen Blick
- Gesuchsteller: Fachhochschule Graubünden (FHGR)
- Bewilligt durch Kanton am: 16. Oktober 2025
- Kosten Projekt: CHF 396'000
- Förderbetrag: CHF 114'000
Projektupdate Mai 2026
Das von GRdigital geförderte und im Projekt «IdiomVoice» entwickelte KI-Sprachmodell für das rätoromanische Idiom Sursilvan bildet die Grundlage für den pädagogischen Chatbot «Chattaria Camenisch». Der interaktive Chatbot umfasst mehrere Charaktere der fiktiven Familie Camenisch aus Ilanz (Abb. 1). Die Charaktere haben unterschiedliche Persönlichkeiten und Interessen und können frei für KI-gestützte Chats ausgewählt werden.
Ziel der Chats ist die Übung alltagsnaher Dialoge in Sursilvan. Um die Dialoge interessant und motivierend zu gestalten, vermittelt der interaktive Chatbot neben der Sprache auch kulturelle Inhalte. Dem Chatbot liegt ein didaktisches Konzept zugrunde, und er kann begleitend zum Lehrmittel der Pädagogischen Hochschule eingesetzt werden. Der Chatbot wird laufend mit der Zielgruppe (Sprachanfänger) getestet.
Um diesen freien Dialog in Alltagssprache zu ermöglichen, trainierte das Projektteam der FHGR eine erste Version eines Open-Access-Sprachmodells für Sursilvan mit Fliesstexten, Dialogen und Alltagssätzen von Muttersprachlern («Sprachspende-Aktion»). Die Fliesstexte und Alltagssätze sind grösstenteils Open Data. Trainingsdatensätze mit Dialogen waren in Sursilvan bislang nicht verfügbar, weswegen wir im Rahmen des Projekts einen Datensatz von Alltagsdialogen erstellt haben. Dieser wird in Kürze als Open Data veröffentlicht.
Für das Training des Sprachmodells nutzen wir frei verfügbare Sprachmodelle wie Apertus, LLama und Mistral. Eine Evaluation der verschiedenen Sprachmodelle in Bezug auf die Sprachqualität soll als Fachpublikation veröffentlicht werden. Die finale Version des Sprachmodells wird am Ende des Projekts als Open-Access-Modell veröffentlicht.
An der Projektschau kann der Prototyp mit zwei Charakteren getestet werden: Lina (Einstiegsniveau A1) und ihre Grossmutter Brida.
Unterlagen
Fragen
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